Heute sind Katechetinnen und Katecheten aus dem Pfarreileben nicht mehr wegzudenken. Doch vor 50 Jahren war vieles noch improvisiert – und der Aargau galt sogar als «Spätzünder».
Im Sommer 1976 setzte die Aargauer Dekanen-Konferenz (ADKO) eine Kommission ein, die sich einem dringenden Anliegen widmete: der Ausbildung von Hilfskatechetinnen. Denn während nach der Synode 72 in vielen Teilen der Schweiz bereits Ausbildungsstätten entstanden waren, fehlte im Aargau noch eine eigene Struktur. Wer damals Religionsunterricht erteilen wollte, besuchte meist Kurse in Zürich oder erhielt nach einem Glaubenskurs eine kurze Einführung in der eigenen Pfarrei. Doch Mitte der 1970er-Jahre wurde immer deutlicher: Die Kirche brauchte gut ausgebildete Fachpersonen – Menschen mit theologischer, pädagogischer und menschlicher Kompetenz.

Die alten Protokolle aus jener Zeit erzählen von intensiven Diskussionen und grossen Visionen. Was genau sollte eine Katechetin können? Wie tief musste die Ausbildung gehen? Welche Aufgaben gehörten zu ihrem Auftrag – Unterricht, Liturgie, Pfarreiarbeit? Und auch praktische Fragen beschäftigten die Verantwortlichen: Wo sollten Katechetinnen eingesetzt werden? Wie sollten sie entlöhnt werden? Mit viel Engagement setzte sich der damalige Kommissionspräsident Pfarrer Josef von Felten für eine eigene Ausbildungsstätte im Aargau ein. Dabei war ihm wichtig, den ganzen Kanton einzubeziehen. So fanden die ersten Kurse im Fricktal, in Bremgarten und in der Region Baden statt.

1977 starteten die ersten Kandidatinnen mit praktischen Modulen, 1979 und 1980 konnten bereits die ersten Kurse abgeschlossen werden. Rückblickend wirkt dieses Projekt erstaunlich modern: Nicht von oben verordnet, sondern aus den Pfarreien heraus entstand Schritt für Schritt eine neue Ausbildungsstruktur – getragen von engagierten Teams, regionaler Zusammenarbeit und viel Idealismus.
1980 wurde die Verantwortung an die Landeskirche übergeben und eine Fachstelle gegründet. Was klein begonnen hatte, entwickelte sich zu einer tragenden Säule kirchlicher Bildungsarbeit im Aargau.

Viele der damaligen Absolventinnen prägten in den folgenden Jahrzehnten das religiöse Leben ganzer Generationen. Mit Fachwissen, Kreativität und Herzblut begleiteten sie Kinder, Jugendliche und Familien – und gaben der Katechese im Aargau ein neues Gesicht.

Heute, 50 Jahre später, lohnt sich der Blick zurück auf diese bewegte Anfangszeit. Denn die Geschichte der Katechese im Aargau ist auch eine Geschichte von Aufbruch, Mut und Menschen, die Kirche mitgestaltet haben. Dieses Engagement möchten wir würdigen und feiern:
An unserer Fachtagung am 16. Oktober 2026 laden wir alle herzlich ein, die in jener Zeit die Ausbildung begonnen oder sich für diesen wichtigen Dienst eingesetzt haben. Um  16.30 Uhr stossen wir gemeinsam auf 50 Jahre Katechetinnen im Aargau an.

Wir freuen uns darauf, viele Pionierinnen – und Pioniere – kennenzulernen!